Pfarrverein St. Jakobus

 

 


 

Donnerstag, 17. Nov., 19:30 Uhr

Mitgliederversammlung des Pfarrvereins Gielsdorf im Pfarrheim



                                      Auf dem Jakobsweg von Prüm nach Waxweiler

Eígentlich hatte der Pfarrverein St. Jakobus Gielsdorf Zweifel, ob der im Jahre 2000 in Bonn begonnene jährliche Jakobspilgerweg, der uns inzwischen in sieben Tagesetappen bis Prüm geführt hat (siehe Pfarrbrief Nr. 146, Seite 23 ff.), in dieser Form in einer achten Etappe bis  Waxweiler (24 km) aus zeitlichen Gründen noch möglich ist. Die Lösung: Fahrt mit eigenen Pkw in Fahrgemeinschaften. Nachdem ein Termin im Juni nicht zu halten war, luden wir, d.h. Klaus Trimborn als Vorsitzender, Hans-Martin Jüssen und Dr. Otto Paleczek, für den Pfarrverein zum Pilgerweg am 8. August ein. Immerhin acht Pilger trafen sich dann um 8,30 Uhr vor der St. Salvator-Basilika in Prüm. Mehrere bisherige Teilnehmer, darunter auch Pastor Georg Theisen, mussten aus terminlichen oder gesundheitlichen Gründen absagen.

                            
 
                                  Ziel in Waxweiler "St. Johannes der Täufer"

In einer kurzen Statio in der Basilika -außer uns war niemand in der Kirche- baten wir mit Jakobsliedern und Gebeten um den Segen des Hl. Jakobus für den Weg. Dann wanderten wir in einem steilen Anstieg auf einem schmalen Fußweg durch den Wald auf die Rommersheimer Heide hoch (540 M). Der nasse Weg erforderte wegen des Unwetters vom Vortage viel Kraft und Anstrengung. Dafür ging es dann zügig über die Hochfläche nach Rommersheim. Die an sich herrliche Aussicht war wegen des bedeckten Himmels etwas begrenzt, aber wir waren froh, dass es nach dem starken Regen bei der Anfahrt am Morgen trocken war und blieb.  

In Rommersheim besichtigten wir nach einer ersten Ruhepause die spätgotische Pfarrkirche St. Maximin aus dem Jahre 1498 und sangen das Kölner Jakobus-Lied
(„ Jakobus, treuer Freund des Herrn, ..“). Der Ort Rommersheim, römischern Ursprungs, war die erste Besitzung der Reichsabtei Prüm (seit 721) mit Marktrecht und der Sitz des Prümer Gerichtshofes. Von hier aus wurden im Mittelalter 17 weitere Pfarreien gegründet. 

Der Jakobsweg führte uns dann durch den landschaftlich sicher schönsten Teil der Tagesstrecke: Die Schönecker Schweiz mit den eindrucksvollen Felsen der Jungferlei und der Schusterlei. In diesem Tal des Schalkenbaches blüht im Frühjahr der duftende Bärlauch und seine Ufer säumen die großen Blätter der Pestwurz. Interessant ist hier auch das ständige Versickern der Wasserläufe in den Kalkmulden.

Nach 10 km erreichten wir mittags Schönecken im Nimstal mit seiner großen Burgruine hoch über dem Ort. Im Hinblick auf die noch vor uns liegende Strecke verzichteten wir auf den steilen Treppenweg zur Burgkapelle, wo an der Außenwand ein Jakobusrelief in Sandstein zu sehen gewesen wäre (Es ist im Pilgerführer abgebildet). Mitten im Ort grüßte uns eine überlebensgroße Steinskulptur einer Vinzentinerin, die daran erinnerte, dass hier im Vinzenzhaus viele Jahre Schwestern dieses Ordens segensreich tätig waren. Schönecken ist auch durch seine Handwerkertradition, insbesondere die Heimweberei, bekannt.  

Nach einer Stärkung in einem Café-Restaurant setzten wir unseren Weg oberhalb des Nimstales und dann im Tal selbst bis Nimsreuland fort. Dieser Ort, der nur 118 Einwohner hat, war als Hof Reuland bereits im 8. Jahrhundert im Besitz der Reichsabtei Prüm. 

Dann galt es noch einmal Kondition zu zeigen. Denn ein Jakobsweg ist kein Spaziergang: Nach kurzer Talwanderung entlang des Heisdorfer Baches war ein Steilanstieg unterhalb der hohen Brücke der Autobahn A 60 zu bewältigen. Durch ein schönes Waldgebiet erreichten wir den kleinen Höhenort Lascheid (über 500 m) mit vielen blumengeschmückten Häusern. Er zählt ganze 73 Einwohner. Der weitere Weg auf einer kleinen Straße ohne Autoverkehr mit schönen Ausblicken auf die Eifelberge führte uns bald dem Ziel entgegen. Eine letzte Rast gönnten wir uns auf der Höhe des Eichelberges vor Waxweiler am Fuße der großen Mariensäule aus rotem Sandstein. Sie wurde 1948 aus Dankbarkeit für die überstandenen schweren Zeiten errichtet.

Auch wir waren dankbar, unserem Ziel nahe zu sein. Im Tal läuteten die Glocken, und wir sangen das Lied „Segne, Du Maria, Deine Pilgerschar, ..“. 

Der nun folgende sehr steile Abstieg (150 m) auf einem schmalen Pfad, zusätzlich erschwert infolge des Unwetters vom Vortag, erforderte höchste Konzentration. Aber alles ging gut, und um 18,40 Uhr waren wir am Ziel, der Kirche St. Johannes der Täufer in Waxweiler. Da wir angemeldet waren, öffnete der Küster die Kirche. Mit Jakobsliedern und Fürbitten für die Anliegen, die wir als „geistliches Gepäck“ mitgenommen hatten, beendeten wir unseren diesjährigen Pilgerweg. 

Waxweiler, im „Prümer Urbar“ (Besitznachweis-Verzeichnis) 943 aufgeführt, war bereits eine römische Siedlung. Der Legende nach liegt übrigens hier der Ursprung der Echternacher Springprozession: Weil die Waxweiler einst vor der Kirche tanzten, statt die Predigt drinnen anzuhören, verdammte sie der Hl. Willibrord dazu, immerfort weiter zu tanzen und zu springen.

Gegen das Versprechen, nach Echternach zu pilgern, erlöste er sie von der Strafe. Noch heute ist es daher das Vorrecht der Waxweiler, die alljährliche Echternacher Springprozession anzuführen. Zu erwähnen ist noch, dass der Turm der Waxweiler Kirche 2004 bei Renovierungsarbeiten abbrannte. Schon 2006 war aber die Kirche mit ihrer beachtlichen Ausstattung, insbesondere dem barocken Hochaltar mit dem Hl Jakobus als Pilger auf der rechten Seite, wieder restauriert. 

Nach einem guten Abendessen, für das wir im Hotel Irsch (am Schwimmbad) reserviert hatten, brachte uns ein Taxi nach Prüm zurück. Mit den eigenen Pkw kamen wir am späten Abend wieder wohlbehalten zu Hause an.  

Ob im kommenden Jahr noch eine weitere Tagesetappe (von Waxweiler nach Sinspelt = 23 km) möglich ist, wird in der Jahresversammlung des Pfarrvereins St. Jakobus Gielsdorf im November zu erörtern sein.


                                                                  

                                              Dr. Otto Paleczek

 

 
 

   



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