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Eígentlich
hatte der Pfarrverein St. Jakobus Gielsdorf Zweifel, ob der im Jahre 2000
in Bonn begonnene jährliche Jakobspilgerweg, der uns inzwischen in sieben
Tagesetappen bis Prüm geführt hat (siehe Pfarrbrief Nr. 146, Seite 23
ff.), in dieser Form in einer achten Etappe bis Waxweiler (24 km) aus
zeitlichen Gründen noch möglich ist. Die Lösung: Fahrt mit eigenen Pkw in
Fahrgemeinschaften. Nachdem ein Termin im Juni nicht zu halten war, luden
wir, d.h. Klaus Trimborn als Vorsitzender, Hans-Martin Jüssen und Dr. Otto
Paleczek, für den Pfarrverein zum Pilgerweg am 8. August ein. Immerhin
acht Pilger trafen sich dann um 8,30 Uhr vor der St. Salvator-Basilika in
Prüm. Mehrere bisherige Teilnehmer, darunter auch Pastor Georg
Theisen, mussten aus terminlichen oder gesundheitlichen Gründen absagen. In einer kurzen Statio in der Basilika -außer uns war niemand in der Kirche- baten wir mit Jakobsliedern und Gebeten um den Segen des Hl. Jakobus für den Weg. Dann wanderten wir in einem steilen Anstieg auf einem schmalen Fußweg durch den Wald auf die Rommersheimer Heide hoch (540 M). Der nasse Weg erforderte wegen des Unwetters vom Vortage viel Kraft und Anstrengung. Dafür ging es dann zügig über die Hochfläche nach Rommersheim. Die an sich herrliche Aussicht war wegen des bedeckten Himmels etwas begrenzt, aber wir waren froh, dass es nach dem starken Regen bei der Anfahrt am Morgen trocken war und blieb. In
Rommersheim besichtigten wir nach einer ersten Ruhepause die
spätgotische Pfarrkirche St. Maximin aus dem Jahre 1498 und sangen das
Kölner Jakobus-Lied Nach 10 km
erreichten wir mittags Schönecken im Nimstal mit seiner großen
Burgruine hoch über dem Ort. Im Hinblick auf die noch vor uns liegende
Strecke verzichteten wir auf den steilen Treppenweg zur Burgkapelle, wo an
der Außenwand ein Jakobusrelief in Sandstein zu sehen gewesen wäre (Es ist
im Pilgerführer abgebildet). Mitten im Ort grüßte uns eine überlebensgroße
Steinskulptur einer Vinzentinerin, die daran erinnerte, dass hier im
Vinzenzhaus viele Jahre Schwestern dieses Ordens segensreich tätig waren.
Schönecken ist auch durch seine Handwerkertradition, insbesondere die
Heimweberei, bekannt. Dann galt es noch einmal Kondition zu zeigen. Denn ein Jakobsweg ist kein Spaziergang: Nach kurzer Talwanderung entlang des Heisdorfer Baches war ein Steilanstieg unterhalb der hohen Brücke der Autobahn A 60 zu bewältigen. Durch ein schönes Waldgebiet erreichten wir den kleinen Höhenort Lascheid (über 500 m) mit vielen blumengeschmückten Häusern. Er zählt ganze 73 Einwohner. Der weitere Weg auf einer kleinen Straße ohne Autoverkehr mit schönen Ausblicken auf die Eifelberge führte uns bald dem Ziel entgegen. Eine letzte Rast gönnten wir uns auf der Höhe des Eichelberges vor Waxweiler am Fuße der großen Mariensäule aus rotem Sandstein. Sie wurde 1948 aus Dankbarkeit für die überstandenen schweren Zeiten errichtet. Auch wir waren dankbar, unserem Ziel nahe zu sein. Im Tal läuteten die Glocken, und wir sangen das Lied „Segne, Du Maria, Deine Pilgerschar, ..“. Der nun folgende sehr steile Abstieg (150 m) auf einem schmalen Pfad, zusätzlich erschwert infolge des Unwetters vom Vortag, erforderte höchste Konzentration. Aber alles ging gut, und um 18,40 Uhr waren wir am Ziel, der Kirche St. Johannes der Täufer in Waxweiler. Da wir angemeldet waren, öffnete der Küster die Kirche. Mit Jakobsliedern und Fürbitten für die Anliegen, die wir als „geistliches Gepäck“ mitgenommen hatten, beendeten wir unseren diesjährigen Pilgerweg. Waxweiler, im „Prümer Urbar“ (Besitznachweis-Verzeichnis) 943 aufgeführt, war bereits eine römische Siedlung. Der Legende nach liegt übrigens hier der Ursprung der Echternacher Springprozession: Weil die Waxweiler einst vor der Kirche tanzten, statt die Predigt drinnen anzuhören, verdammte sie der Hl. Willibrord dazu, immerfort weiter zu tanzen und zu springen. Gegen das
Versprechen, nach Echternach zu pilgern, erlöste er sie von der Strafe.
Noch heute ist es daher das Vorrecht der Waxweiler, die alljährliche
Echternacher Springprozession anzuführen. Zu erwähnen ist noch, dass der
Turm der Waxweiler Kirche 2004 bei Renovierungsarbeiten abbrannte. Schon
2006 war aber die Kirche mit ihrer beachtlichen Ausstattung, insbesondere
dem barocken Hochaltar mit dem Hl Jakobus als Pilger auf der rechten
Seite, wieder restauriert. Ob im kommenden Jahr noch
eine weitere Tagesetappe (von Waxweiler nach Sinspelt
= 23 km) möglich ist, wird in der Jahresversammlung des Pfarrvereins St.
Jakobus Gielsdorf im November zu erörtern sein.
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